14.12. Königsplalast

Alle Reiseführer sind sich einig, den Königspalast muss man gesehen haben. Entsprechend groß ist der Andrang, jeden Tag werden mehr als 1000 Besucher gezählt und wir drängen uns gemeinsam dem Eingang entgegen. Für die Thais ist der Palast von großer Bedeutung, mindestens einmal im Leben sollte jede/r Thai dort gewesen sein.

Hier fehlen uns die Worte, der Palast ist nicht wirklich alt, erst Ende des 18. Jh gebaut, aber er strahlt Würde aus. Alles glitzert: Millionen von Mosaiksteinchen leuchten in der Tropensonne in Gold, Spiegelchen blitzen, Edelsteinimitate brillieren in rot, blau und grün. An allen Dachfirsten recken Kraniche ihre Hälse in den Himmel und an allen Dachecken sind Glöckchen angebracht, die in jedem Luftzug leise klingeln.
Im Tempel sitzt ein Buddha aus Jade, der je nach Jahreszeit eine andere Stola aus Gold umgelegt bekommt, die Stimmung ist andächtig, vergleichbar einer sehr reichen katholischen Kirche oder aber der Alhambra in Granada. Vor dem Hauptgebäude ein Modell von Angkor Wat – die zahlreichen Nebengebäude erzählen von den verschiedenen Kulturen die sich hier vermischen, buddhistisches mit hinduistischem, chinesiches mit siamesichem, wir fotografieren was die Kameras hergeben, leider ist das Licht zu grell, die Bilder sind nicht so gut.

Dafür ist es heute sehr heiss, die Tempel dürfen nur mit langen Hosen und bedeckten Schultern begangen werden, das ruft natürlich sofort die Händler auf den Plan, die gegenüber lange Hosen, Tücher und sogar Bademäntel verleihen. Es ist recht absurd, den Tempel im Bademantel zu betreten, die Leute sehen entsprechend deplatziert aus, wir sind aber ordentlich vorbereitet 😉 und kommen problemlos durch
alle Kontrollen. Für Thai ist der Eintritt zu ihren Heiligtümern frei, Touristen zahlen nur 100 Baht (2,50 Euro)

Wat Pho

Nach dem Königspalast geht es zum Wat Pho und zum Wat Arun.

größte Attraktion: der liegende Buddha, vergoldet liegt er ca. 20 Meter lang. Der Gang dient als Almosengang, 108 Töpfe wollen mit Geld befüllt werden, eine magische Zahl.

Während die Halle des liegenden Buddha sehr gut gefüllt ist, ist das Gebetshaus recht leer. Wie im Hauptgebäude des Königspalastes darf dieses Haus nur Barfuss betreten werden. TJ, unsere Reiseführerin, grüßt jeden Mönch, die sie aber überhaupt gar nicht wahrnehmen, darauf angesprochen erklärt sie: Ich habe nur 5 Gebote, der Mönch hat 227 – er steht über mir … Diese Verhältnisse stellt hier niemand in Frage, “Respekt” wird anerzogen, die Eltern werden mit “Sie” angesprochen, müssen in der Theorie bei allem um ihre Erlaubnis gefragt werden. In der Praxis verkommt das zur Farce, man fragt: “Darf ich heute später zum Essen kommen” aber erwartet keine Antwort, es ist schon entschieden, dass man später kommt.

Nach Wat Pho queren wir den Fluß und schauen noch kurz den Wat Arun an, hier kann man das Gebäude wie die mexikanischen Pyramiden besteigen, ähnlich steile Treppenstufen, grandiose Aussicht.

Chinatown

Nach dem Besuch des Königspalastes und Wat Po fahren wir nach Chinatown. Hier bekommt der Begriff Bevölkerungsdichte eine neue Dimension.

Es ist eigentlich nicht möglich, sich frei zu bewegen, man schwimmt mit dem Strom, 2 Meter breit, rechts und links eine Unzahl Läden
die Volkswirtschaft lässt grüßen. Da wo es Lebensmittel gibt, ist es sehr spannend, Granantapfelsaft, Stinkfrucht, Trockenfisch, gebratenes und gegrilltes, alles vermischt sich. Gewürze, keine Ahnung, was man damit alles anstellen kann, aber es muss lecker schmecken.

Wir gehen mit TJ in eine Garküche, eigentlich haben wir gedacht, dass sie uns Tipps für das richtig gute Essen geben kann, aber es wird klar, dass hier oft nur das Essen an sich zählt, was es dann gibt, spielt keine Rolle. So essen wir Hühnchen mit Reis und einer Brühe dazu, nicht wirklich gut. TJ erzählt vom Hochwasser vor 3 Jahren, bei dem sie ihr Haus verloren hat und glücklich war, zu überleben, die Versorgung mit Wasser und Essen war sehr schwierig, das Essen durch die langen Wege oft schon verdorben.

Wir fühlen uns nicht gut, die reichen Europäer, gegen jedes Problem versichert, reisen in der Welt umher. TJ erzählt auch von ihrem Besuch in D, 10 Tage Deutschland, u.a. Dresden. Sie glaubt in einem früheren Leben dort gelebt zu haben, hatte ein tolles Gefühl, Dresden ist ihre Stadt.

Mit dem Boot geht es zurück, wir sind von den vielen Eindrücken müde und brauchen eine Pause. Unterwegs noch einen Melonensaft getrunken und sehr nett mit Angelo & Marianne geplaudert, er aus Bern, sie aus Stahnsdorf. Wir verabreden uns zum Abend, die anderen sind zum SkyTower gefahren, hier fehlt uns leider die entsprechende Kleidung (Business), ich ärgere mich, dass die guten Schuhe zu Hause geblieben sind. So schauen wir wenigstens die Bilder von Maike & Udo.

Zum Abendessen wollen wir eigentlich wieder zum “Hot Pot” vom Donnerstag, aber der ist am Sonntag zu Hause geblieben, so machen wir uns auf die Suche nach einem anderem Lokal, sind mutig und probieren eine neue Garküche, leider wieder ein Reinfall, das Essen ist zwar OK
aber kein Vergleich zu den ersten beiden Tagen. Zum Abschluss sitzen wir im Biergarten und erzählen. Angelo & Marianne haben sich bei einer Reise mit Reisegruppe nach Namibia kennengelernt, sehr romantisch, beide müssen aber noch zwischen Bern und Berlin pendeln.

Bangkok, den 14. Dezember 2014