Der erste Blick am Morgen gilt der Wettervorhersage, wo ist es erträglich, was mutet man sich zu. Normalerweise würde man bei 37 Grad Celsius den Tag im kühlen Schatten verbringen, aber der Urlaub muss genutzt werden, also hinaus auf die Weinstrasse des Elsasses und Umwege fahren nach Colmar. Habe mal wieder die falsche Adresse ins Navi eingegeben, den Parkplatz gibt es mit diesem Namen nicht nur in Colmar. Zum Glück! Wir landen zuerst in Bergheim, wie alle Weinstädtchen hier herausgeputzt auf der Suche nach Aufmerksamkeit, das ist gegen solche Größen wie Colmar oder Ribeuavillé nicht einfach.






Ganz ruhig liegt das Dorf, es gäbe noch viele Häuser zum renovieren, aber überwiegend ist wunderschön saniert, Fachwerk mit Lehm gefüllt, gerade heute sicher Schatten und Kühle spendend. Wir reservieren gleich im „La Cour du Bailli“, ein Haus ähnlich unserem Hotel mit großem Innenhof. Es gehört zur Domaine Halbeisen, die Weine hier würden süchtig machen, wäre es nur 10 Grad kälter. Aber so ist es auch gesünder. Nachdem wir in Bergheim alles erkundet haben, geht es weiter nach Colmar, da ist die gleiche Schönheit viel touristischer, so ein Schmuckstück. Wir stolpern in einen Pub, klimatisiert! Wir verdampfen zwei Liter Wasser und einen halben Liter Cidre.






Das Haus des Hutmachers ist ein Schmuckstück der Renaissance, 1537 erbaut, der Auftraggeber wurde mit dem Silberbergbau reich und verkaufte Hüte wohl nur zum Spaß. Gemütlich wird weiter geschlendert, man sollte hier unbedingt eine Stadtführung buchen, zu jedem Haus gibt es Geschichten zu hören. Nachmittags chillen wir bis es sich ein wenig abgekühlt hat, um dann zum Abendessen wieder nach Bergheim zu fahren. Wie alle guten Restaurants ist der Laden gut gefüllt, das Essen wurde den Temperaturen nicht wirklich angepasst, es gibt Schweinshaxe mit hausgemachtem Sauerkraut. Aber das ist mal lecker!
Colmar / Bergheim, den 23. Juni 2026
