Dartmoor

Pit

August 9, 2026

So ein trockenes Moor hat man noch nicht gesehen! Angeblich treiben hier Kobolde, Geister und der Hund von Baskervilles im dichten Nebel ihr Unwesen, aber heute ist Sonntag, alle Bösewichter haben frei und die Sonne hat alles ausgetrocknet. Es hat hier wohl Wochen nicht mehr englisch geregnet. So parken wir in der Nähe von Saddles Tor, die Hauptattraktion Haytor ist auf dem Weg. Alles ein wenig wie die Blutkuppe in Namibia, nur waren wir dort ganz allein, während hier doch einige Sonntagstouristen unterwegs sind.

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Es weht noch ein frisches Lüftchen, das macht das Wandern anfangs ganz erträglich und wie die Granitfelsen in der Landschaft liegen ist schon spektakulär! Das Gute an solch einem Felsen ist natürlich der Schatten, den wir mit großem Vergnügen suchen, sonst gibt es den hier selten. Die Heide fängt schon an zu blühen, lila und gelb leuchtet es und die jungen Leute erklimmen jeden Gipfel. Dafür sind wir zu faul, wir genießen es einfach, diese Naturwunder zu bestaunen. Über Saddle Tor – Haytor – Smallacombe Rocks – Greator Rocks – Hound Tor geht die Tour und wie gestern geht es ständig auf und ab. Bis runter zum Fluss darf man laufen, um gleich danach wieder bergauf zu stapfen. Da wird geschnauft und wir fragen uns, warum wir nicht auf einem Liegestuhl am Meer liegen, mit einem kühlen Drink in der Hand. Aber wenn wir schon gestartet sind, ziehen wir die Tour auch durch, wir hätten mehr Wasser mitnehmen sollen, die Sonne kennt wenig Rücksicht.

Auf dem Rückweg wollen wir eigentlich in Lustleigh Halt machen. Eines der pittoresken Dörfer im Dartmoor. Schon die Anfahrt ist verrückt, die Strassen sind so schmal, dass wir die Hecken rasieren, eine Van will uns entgegen kommen, muss aber erstmal 100 Meter rückwärts fahren, damit wir uns aneinander vorbei schlängeln können. Das ist zwar aufregend, aber nicht zielführend, nirgendwo ein Platz zum parken und wir sind froh, irgendwann eine richtige Strasse zu finden, immer noch durstig, auf dem Weg in Richtung Totnes. Da bekommen wir zwar ein Bierchen, zu essen gibt es aber erst ab 18:00 Uhr. Wir haben das englische Timing noch nicht verinnerlicht. Deshalb jetzt eine späte Siesta, einen Tee und nachher nochmals in das kleine Städtchen zum essen.

Harberton, den 09. August 2026