Die Feuer von Isengard leuchten am Horizont, die Sonne schafft es offiziell nicht aufzugehen, dafür ist es unerwartet hell, wir hatten mit mehr Dunkelheit gerechnet und sind froh, durch die verschneiten Wälder zu wandern. Noch vor dem Frühstück bekommen wir unsere Winterkleidung, für -30 sind wir natürlich niemals ausgerüstet und so gibt es dicke Overalls, Skimützen und gefütterten Stiefel, in denen wir aussehen wie Michelin-Männchen.






Das Frühstücksbuffet ist üppig und alle sind ausgesprochen nett, wir haben die inkludierte Tour mit dem Schneemobil mit einer weiteren Aurora-Tour getauscht. Die Chancen stehen zwar schlecht, aber diese nutzen wir! In der Zwischenzeit schneit es zu Hause und deswegen gibt es einen Extra-Drücker für Imke & Thomas! Tausend Dank für das heimatliche Schneeschubkommando!
Die Luft ist unglaublich trocken, minus 30 wirken nicht annähernd so, man merkt nur, wie die Kälte langsam durch alle noch so kleinen Löcher kraucht und man kann sich ein wenig vorstellen, wie entbehrungsreich die ersten Expeditionen unterwegs waren. Wir haben es dagegen entspannt, das Navi auf dem Handy weist uns einen kleinen Wanderweg, im Hotel warten nachher Lunch und Kaffee. Die knapp 5km reichen aber auch, als Michelin-Männchen ist das Wandern keine Müllers Lust.
An Hütten hängen dicke Eiszapfen, überall dampfen Heizung und Atem, die Kälte zaubert einen schwefeligen Himmel, das Atmen britzelt in der Nase und wir kommen sogar ins Schwitzen. Ein Eichhorn ist flink unterwegs, sonst ist Stille, ein paar Langläufer ziehen ihre Runden. Zurück im Zimmer wird die Sauna angeheizt, es ist 14:30 Uhr und wird schon wieder dunkel, wir lesen, chillen, saunieren, futtern.
Morgen geht es auf Schneeschuhwanderung zu einer alten Goldmine.
Saariselkä, den 04. Januar 2026
