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Lissabon

Di, 17.05. / Mi, 18.05. Der Flug landet pünktlich, auch am BER keine langen Warteschlagen, das ist ein guter Anfang, 4 Stunden im Flugzeug, Zeit zu arbeiten, das Taxi steht auch bereit und bringt mit ins Hotel Olisspipo, da bekomme ich ein Upgrade auf eine „Suite“ im 9. Stock, so gefällt mir das. Da es aber schon spät ist, genehmige ich mir nur noch einen Drink in der Bar, morgen wird es ein langer Tag.

Das Hotel scheint eines für alte Leute zu sein, ich senke den Altersdurchschnitt. Alles ist aber sehr professionell, der Service sehr freundlich, das Frühstück in Ordnung, so kann es gestärkt in den Tag gehen. Viel Zeit ist nicht eingeplant und so entscheide ich mich für zielloses umherstreifen, die Stadt ist geplant angelegt, nach einem Erdbeben wurde im 18. Jahrhundert alles neu aufgebaut.

Am großen Platz, dem zentralen Anlaufpunkt aller Touristen, entschließe ich mich kurzerhand, mit einer alten Straßenbahn die Rundtour zu machen. Ein Audioguide erzählt Geschichten und so lass ich mich bergauf, bergab von der Bahn durchrütteln, den Blick auf wunderbaren Gassen, bunte Kacheln, Menschen aus der ganzen Welt.  Hier kann man verweilen und braucht für anständige Erkundungen mehrere Tage.

Abseits des Touristenstrudels esse ich Mittag, Meeresfrüchte auf Tomatenreis, einen kühlen Rosé dazu. Sehr köstlich. Gemütlich laufe ich die 5km zum Hotel zurück, die Stadt ist grün und luftig, aber natürlich städtisch laut. Pause im Hotel, heute Abend gibt es im Klub „Senhor Vinhos“ Dinner und ein Fadokonzert.

Am Nachmittag nehme ich den Bus in die Stadt und streune bis Acht noch durch die Gassen. Abseits der großen Straßen gibt es viele verträumte Plätze, immer ist eine Bar dabei, immer ist sie gut besucht, die Leute sind jung und gut gelaunt.

Typisch Deutsch, pünktlich um acht bin ich im Klub und nicht mal als Erster. Das Konzept ist genial, es gibt ein festes 3-Gang-Menü und ab 21:30 feinsten Fado. Der Klub wird von Fado-Musiker:innen betrieben und ist wohl jeden Abend ausverkauft. Für den Preis ist das Essen OK, aber nicht sensationell, Gambas in Olivenöl, gebratener Fisch, Mousse au Chocolat.

Dafür ist die Musik wundervoll, ich weiß gar nicht, warum viele denken, Fado wäre traurig, für mich ist er voller Leidenschaft. Es gibt 3 Sets mit wechselnden Sänger:innen, alle drei machen das sehr gut, obwohl ich kein Wort verstehe.

Jetzt schon im Flieger nach Sao Vicente …