Während Kerstin mit einer Freundin auf den leparischen Inseln wandern geht, habe ich mich relativ kurzfristig entschieden nach Odessa zu fliegen.
10 Jahre Russisch-Unterricht können nicht umsonst gewesen sein, habe ich mir im letzten Jahr gedacht und da viele Ländern der ehemaligen UdSSR auf unserer (meiner) Wunschliste stehen, habe ich mir einen Sprachkurs auf das Smartphone geladen, meinen alten Lernwortschatz der russichen Sprache ausgegraben und mich auf die Suche nach der Vergangenheit gemacht.
Jetzt in Odessa angekommen, merke ich, dass mein Russisch genau wie in der Schule eine Katastrophe ist. Ich kann zwar einer Unterhaltung folgen, wenn ich deren Kontext kenne, aber aktiv falle ich immer in die englische Sprache zurück.
Die grundsätzliche Kommunikation aber funktioniert und so bin ich nach nicht mal 4 Stunden mit Umstieg in Wien in Odessa gelandet, hab mir ein Taxi geschnappt und am Gagarin-Platz in die Ferienwohnung eingecheckt. Das schwarze Meer ist gleich um die Ecke, aber leider ist hier alles unglaublich verbaut. Die alten Häuser aus der Gründerzeit vergammeln und in den Suburbs und am Strand werden riesige Hochhäuser hochgezogen, jede Menge Beton russisch kitschig verarbeitet.
Trotzdem atmet die Stadt, stilvolle Villen warten auf ihre Erweckung und bei diesem wundervollem Wetter sind alle Menschen auf der Straße. Am 1.4. ist hier Feiertag, eine Art Karneval mit Strassenumzug. Ich schlendere ziellos durch die Stadt, nach der vielen Arbeit und der JavaLand-Konferenz reicht mir das völlig zum runterkommen.
Am Sonntag laufe ich den am Strand entlang, gute 10 Kilometer sind es von meiner Ferienwohnung in den Arkaden zum Zentrum der Stadt und es gibt eine Prommenade am Strand.


