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Arusha

Es regnet weiter, die Wanderung in den Usambarabergen ist abgesagt und wir fahren spontan nach Arusha, gehen also einen Tag eher von der Simba Farm. Alle sind überrascht ob des Wetters, es ist zwar kleine Regenzeit, aber das es so schüttet, ist ungewöhnlich. Pünktlich bekommen wir unser Auto, ein Isuzu Allrad, den wir schon heute voll auskosten dürfen. Dazu später. Zuerst die Übergabe, eine geschlagene Stunde gehen wir mit Ragba die Details durch, unterschreiben 4 Protokolle und fragen mehrfach, wie häufig all die Katastrophen passieren, die er uns blumig schildert. Er winkt lächelnd ab, unterschreibe mal hier, mal da ….

Schnell die Koffer ins Auto geladen und los geht es, das Navi meint 2 Stunden für 100km, es werden 5 😳. Die Strassenverhältnisse sind gewöhnungsbedürftig, Linksverkehr, ständig “Bumps”, die zum bremsen animieren sollen, jede:r fährt wie er / sie will. Das macht auch Spaß, wir bremsen die Motorräder und Tuk-Tuks aus und halten Ausschau nach der Verkehrspolizei, die trotz strömenden Regens nach dem rechten sieht. Die kleinen Dörfer, die wir passieren sind sehr ärmlich, Wellblechhütten, irgendwie zusammengezimmert, Laden und Wohnhaus in einem. In Arusha angekommen wundern wir uns, dass uns das Navi ins Stadtzentrum führt, obwohl unsere Unterkunft extra etwas außerhalb gewählt war. Schnell wird klar, dass das hier falsch ist, da stecken wir aber schon im Großstadtchaosverkehr, überall hupt und knattert es, von allen Seiten eilen geschäftige Menschen. Und wir? Wir sind auf einmal völlig “lost”, als wir unsere Unterkunft suchen und das Internet ausfällt. Wir sollten schon irgendwie richtig sein, aber die Straße zum Hotel kennt hier niemand und es ist auch nirgends nichts ausgeschildert. Alle sind sehr hilfsbereit, aber genauso ahnungslos, wie wir.

Also zurück in die Innenstadt (Großstadtchaosverkehr!) auf der Suche nach einem Internetsignal, Kontakt zum Hotel und die Ansage, wir würden von einem Motorradfahrer abgeholt und geleitet. Der findet uns auch und jetzt wird klar, dass wir das Ziel nicht erreichen konnten, es geht zwischen den Hütten auf einer abenteuerlichen Schlammstrasse weiter, die wir niemals alleine gefahren wären. Wie wir morgen da wieder rauskommen bleibt abzuwarten.

Wir bestellen ein Taxi zur African Art Gallery, die Fahrt (Zitat der Chefin am Empfang: “It’s African Massage”) tun wir uns nicht grundlos an und verbringen in der Galerie mehrere wundervolle Stunden. Kunst aus ganz Afrika ist hier versammelt, die Masken aus Westafrika tun es uns genauso an, wie die Ölgemälde, die mehr als lebensecht wirken. Leider haben wir das Transportproblem, die Lieferung ist teurer als die Kunstwerke selber und mitnehmen können wir die Sachen nicht.

Wieder im Hotel (wir sind die einzigen Gäste) genießen wir ein vorzügliches Abendessen mit einem Glas Rotwein, das wir heute wirklich brauchen! Irgendjemand hat unser Auto geputzt und überhaupt sind alle unglaublich liebevoll und hilfsbereit.

Morgen geht es zum Mkomazi Nationalpark, vielleicht bekommen wir ja noch Tiere zu sehen. Wir versuchen im Nationalpark eine Nacht länger zu bleiben, um dann in Lushoto 4 statt 2 Tage zu verbringen, von Lushoto aus gibt es jede Menge Tagestouren. Das die Wanderung ausfallen muss, betrübt mich sehr, das war als “Hoiyloiyd” geplant.

Arusha, den 17. November 2023