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leicht verpeilt

Heute stand eigentlich eine Schneeschuhwanderung auf dem Programm, so richtig können wir den Fehler nicht verorten, im Zweifelsfall sind wir selber Schuld, Punkt 11:00 Uhr sehen wir auf dem Eventbildschirm an der Rezeption, dass unsere Tour um 09:30 Uhr gestartet ist. Wir waren fest von 14:30 Uhr ausgegangen, so, wie es (unserer Meinung) noch gestern Abend geschrieben stand. Aber das Team bleibt professionell, eventuelles Augenrunzeln uns verborgen und wir werden auf Freitag vormittag verschoben.

Jetzt haben wir also wieder einen ganzen Tag für uns, steigen in unsere Raumanzüge, heute sogar mit Skimütze, sonst frieren die Nasen weg. Keine Wolke am Himmel, weit unter -30, gefühlte Eiseskälte. Den wolkenlosen Himmel hätten wir gestern gebraucht, als ein dickes Nordlicht nur Streifen durch die Wolken zauberte.

Das Licht ist unbeschreiblich, es hat etwas schwefeliges, am Horizont wieder Isengards Feuer, Saruman baut fleißig am Untergang der Welt, hat irgendwie aktuellen Charakter. Es ist ganz still, nur der Schnee knirscht unter unseren Füßen, Wanderer sehen wir heute keine weiteren, dafür wieder ein paar Mutige auf Langlaufskiern.

Ab morgen haben wir immer doppeltes Programm, wir fahren mit den Huskys Schlitten und starten unsere weitere Jagd auf das Polarlicht. Es war gestern nacht schon sehr besonders, dass wir so spät nicht zu faul waren, uns in die Kluft zu zwängen und dann noch so belohnt wurden. Das Licht waberte immer wieder ins Unsichtbare, die Handykamera stöberte es dann wieder auf, die sieht einfach deutlich besser als wir, dann wurde es wieder stärker, zauberte grüne Streifen in den Himmel. Das ging eine gute halbe Stunde, danach verzogen sich die Sonnenpartikel ins Nirwana.

Saariselkä, den 05. Januar 2026