Spätestens beim besteigen der ATR 72 in Helsinki beginnt unser Abendteuer, eine Sardinenbüchse scheint geräumiger und der Flug ist ausgebucht. In der Hauptstadt sind es zwar schon winterliche Temperaturen, aber der Kapitän meint: Ivalo -33 Grad Celsius. So schweben wir gemütlich dahin, etwas mehr als zwei Stunden braucht die kleine Maschine noch bis in den hohen Norden. Der Crew scheint kalt zu sein, die Klimaanlage läuft auf Hochtouren und so bekommen wir einen Vorgeschmack auf finnische Sauna.






In Ivalo angekommen werden wir abgeholt, 8 Leute sollen es sein, leider fehlt von einem Pärchen das Gepäck und bis das geklärt ist, vergeht eine ermüdende weitere Stunde. Im Hotel selbst ist alles professionell durchorganisiert auf die sehr freundliche Art. Wir werden eingetaktet in die Aktivitäten, das Abendessen, die Einkleidung in die Tiefkühlkleidung, alles muss rollen. Das Nordlicht werden wir am Mittwoch und am Donnerstag jagen, aber ich werde auch mal die Kamera proaktiv in den Himmel halten, manchmal sieht sie mehr als wir. Auch so ist die Landschaft zauberhaft, alles ist in dicke Watte gehüllt und man sieht die Minusgrade über die Strassen hoppeln.
Vom Zimmer aus kann man durch bodentiefe Fenster die Welt betrachten, wenn das jemand einem Rentierhirten vor 100 Jahren gesagt hätte, der hätte wohl mehr als abschätzige Blicke bekommen. Heute ist das ein unglaublicher Industriezweig.
Morgen ist ein ruhiger Tag, wir bekommen winterfeste Sachen und werden 1-2 Stunden spazieren gehen, bei -30 kriecht die Kälte schnell durch alle Schichten. Im Zimmer gibt es eine Sauna, die wir vor dem Abendessen aus Versehen angeschaltet haben, jetzt müssen wir wieder schlaffreundliche Temperaturen einstellen.
Saariselkä, den 03.01.2026
