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Antwerpen

War es auf der Hinreise Gent, welches wir als Zwischenstation ausgewählt haben, ist es auf dem Rückweg Antwerpen. Die Fahrt geht “gut” los, glücklicherweise sind wir nach dem Frühstück und dem herzlichen “Goodbye” eher als geplant auf dem Weg, da wir mal gleich 30 Minuten im Stau stehen und das Navi genauso wenig Ahnung vom Weg hat wie wir. Dann ist aber Entspannung angesagt, bis auf die ungewöhnlich vollen Strassen (vielleicht ist am 1. Juli Ferienbeginn?) klappt alles, wir checken am Tunnel ein, fliegen wieder in die EU und dürfen rechts fahren.

In Antwerpen angekommen, verspult sich das Navi vollends, unser Hotel ist in der Innenstadt, jede Menge Baustellen, Spielstrassen, Fußgängerzonen, Autos sind hier nicht willkommen. Das unterstützen wir grundsätzlich, problematisch wird es aber, wenn das Navi sagt, hier sei der richtige Weg. So kurven wir schulterzuckend um die Masse Touristen herum und finden einfach das Hotel nicht, nur 150m entfernt soll die dazugehörige Tiefgarage sein. Also Halt im Halteverbot und Kerstin sucht mit dem Smartphone in der Hand nach dem Hotel, Fehlanzeige, auch Fragen hilft nicht, wahrscheinlich sprechen wir den Namen des Hotels falsch aus, wir ernten nur Kopfschütteln. Nach einer gefühlten Ewigkeit erkennen wir, dass das Navi in den Strassenschluchten einfach zu ungenau ist, unser Hotel ist nicht die nächste Straße links, sondern eine vorher rechts 🤪. Wir schlängeln uns dorthin und sind froh, im Zimmer zu sein.

Kurze Atempause, dann ins Touristengewimmel, genau wie Gent ist Antwerpen im Zentrum total gentrifiziert, nur noch Kneipen, Hotels, Bars, Restaurants, Menschen, die hier maximal temporär zu Hause sind. Keinerlei normale Stadtstruktur mehr, wie schade und frustrierend. Der “grote Markt” ist natürlich schön anzusehen, man spürt den Reichtum dieser alten Handelsmetropole, aber auf mich machen solche Plätze immer den Eindruck der spätrömischen Dekadenz, wir feiern immer lauter, während die Krisen der Welt uns anschreien.

Wir futtern ganz gut, laufen noch um die Plätze, sind eigentlich zu müde für weitergehende Entdeckungen, hören dann aber flotte Merenguemusik auf dem Weg. Es ist ein kleines Latinofest, eine tolle Band mit einem sensationellen Bassisten (Schlagzeug, Kongas, Bongos, Bass machen Groove, zwei Bläser lassen es krachen, der Pianist versucht alles zusammenzuhalten und die zwei Sänger sind einfach großartig). Die lokale Latinocommunity kennt jeden Song, die Stimmung ist ausgelassen und wir tanzen mit. Wunderbarer Abschluss eines sehr schönen Urlaubs. Schon alleine wegen der Einladungen müssen wir wiederkommen.

Morgen geht es nach Hause (Spoiler: das klappt alles sehr entspannt), wir freuen uns auch wieder sehr!

Bad Belzig | Antwerpen, den 01. Juli 2023 (02. Juli geschrieben)